DEUTSCHLAND

 
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infinite Fuels

Best Practice für Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit

Klimawandel, gigantische Abfallberge und verseuchte Böden gehören zweifelsohne zu den drängendsten ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Das Tech-Start-up Infinite Fuels mit Sitz im schleswig-holsteinischen Borgstedt hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Kunststoffabfälle und Klärschlamm in CO2-neutrale und emissionsarme Treibstoffe umgewandelt werden. Die kompetente Beratung des Unternehmens durch das Enterprise Europe Network trug entschieden dazu bei, dass ein Antrag auf Förderung durch das EU-Umweltprogramm LIFE den gewünschten Erfolg brachte.

Eine sowohl nachhaltige als auch ökonomisch tragfähige Kreislaufwirtschaft zu etablieren – das ist die Vision von Infinite Fuels. Der Ingenieur Andreas Noky und der Betriebswirt (MBA) Matthias Müller gründeten im September 2014 in Berlin das Unternehmen Infinite Fuels. „Unser Fokus liegt auf der Lösung von drängenden Umweltproblemen, wie zum Beispiel die Überdüngung der Böden durch Gülle, die Notwendigkeit einer umweltschonenden Entsorgung von Klärschlämmen und die große Belastung der Umwelt durch Plastikmüll. Infinite Fuels nutzt diese Abfälle als Rohstoffe für die Produktion von nachhaltigen, CO2-neutralen und stark emissionsreduzierten Treibstoffen wie Wasserstoff, Diesel oder Kerosin“, erklärt Andreas Noky das Unternehmenskonzept. In industriellem Maßstab hergestellt, sollen diese Rohstoffe dann zu marktfähigen Preisen abgegeben werden. Eine Win-win-Situation: Problematische Abfälle werden abgebaut, umweltgerecht recycelt und so als wertvolle Rohstoffe nutzbar gemacht. Das wiederum vermindert den Einsatz fossiler Energieträger wie Öl oder Kohle, schont Ressourcen und wirkt sich zudem positiv auf das Klima aus.

Auf der Suche nach der passenden Finanzierung
Nach erfolgreichen Testläufen nahm die Idee, mit dem neu entwickelten Verfahren den Markteintritt zu wagen, immer konkretere Formen an. Dafür wollten die Unternehmensgründer eine Produktionsanlage in Schleswig-Holstein bauen – Kosten: rund 10 Millionen Euro. Auf der Suche nach Fördermöglichkeiten und Kontakten zu möglichen Industriepartnern für das Projekt CoWaCo (Communal and Organic Waste Conversion) wandten sich Andreas Noky und Matthias Müller daher im Sommer 2017 an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) – und lernten darüber Katrin Owesen von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) kennen. Owesen ist gleichzeitig Beraterin für das Enterprise Europe Network Hamburg/Schleswig-Holstein, dem weltweit größten Fördernetzwerk, das von der EU kofinanziert wird und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) grenzübergreifende Unterstützung bietet. Das passende Finanzierungsinstrument war schnell gefunden: LIFE, das Förderprogramm der EU für Umweltprojekte. Katrin Owesen konnte – gemeinsam mit Norbert Höcker vom MELUND – wertvolle Tipps für die Erstellung eines erfolgreichen LIFE-Antrags geben. „Schnell und unbürokratisch“, wie Matthias Müller betont.

Die Freude war zunächst groß, als die EU den Förderantrag grundsätzlich bewilligte – allerdings waren die damit verbundenen Bedingungen vom Unternehmen kaum zu leisten: „Für die Auszahlung des Vorschusses in Höhe von 900.000 Euro zum erfolgreichen Start des Projekts verlangte die EU eine Bankgarantie in gleicher Höhe“, berichtet Katrin Owesen. „Diese Forderung der EU stellte für das Start-up, das keine finanziellen Rücklagen hatte, eine große Herausforderung dar.“ Nur durch intensive Vermittlung und das große Engagement des Enterprise Europe Network zusammen mit dem Bereich Firmenkunden-Finanzierung der IB.SH konnte diese Hürde genommen werden.

Ein Qualitätssiegel für Umweltinnovationen
Für Andreas Noky und Matthias Müller erfüllte sich damit ein Traum: „Die Bankbürgschaft und damit die Auszahlung der Mittel aus dem LIFE-Programm waren der Startschuss für den Projektbeginn. Endlich konnten wir aktiv werden und auch die Zusammenarbeit mit unseren Industriepartnern starten“, so Andreas Noky. Katrin Owesen ergänzt: „Die LIFE-Förderung gilt allgemein als eine Art Qualitätssiegel für Umweltprojekte. Dass es Infinite Fuels gelungen ist, die Gutachter des LIFE-Programms von ihrem Projekt zu überzeugen, spricht eindeutig für das große Potenzial ihrer neuen Technologie.“ 

Die beiden Unternehmer wiederum sind voll des Lobes über die schnelle, pragmatische und unbürokratische Unterstützung durch das Enterprise Europe Network und die Investitionsbank Schleswig-Holstein. „Wir empfehlen anderen KMU unbedingt, sich an das Enterprise Europe Network zu wenden. Auch was die Umsetzung des LIFE-Programms angeht, haben wir nur positive Erfahrungen mit den EU-Förderinstanzen gemacht. Daher raten wir anderen KMU sehr, sich beim Netzwerk über die Fördermöglichkeiten durch EU-Programme zu informieren.“

Infinite Fuels plant, nach dem Bau der ersten Anlage in Schleswig-Holstein national und international zu expandieren. Matthias Müller: „Wir würden in diesem Prozess gern weiter eng mit dem Enterprise Europe Network zusammenarbeiten und die Kompetenzen des Netzwerks für unsere Unternehmensentwicklung nutzen.“

Beraterin Katrin Owesen freut sich sehr, das Unternehmen dahingehend weiter zu unterstützen: „Als LIFE-Erfolgsbeispiel werden wir Infinite Fuels sicher auch noch zu Infoveranstaltungen einladen, damit sich das Unternehmen dort präsentieren kann.“


Kontakt zum Enterprise Europe Network:

Enterprise Europe Network Hamburg-Schleswig-Holstein
 

Kontakt zum Unternehmen:

Infinite Fuels GmbH
Borgstedtfelde 15
D – 24794 Borgstedt
Tel.: +49-(0)431-36 30 42 46
www.infinitefuels.de
E-Mail: info@infinitefuels.de


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