Binnenmarkt

EU-Kommission plant „EU Inc.“: Neue Rechtsform soll Start-ups in Europa stärken

Mit der sogenannten „EU Inc.“ will Brüssel Unternehmensgründungen innerhalb der EU vereinfachen, Bürokratie abbauen und den europäischen Binnenmarkt für Start-ups sowie Investorinnen und Investoren attraktiver machen. Der Entwurf ist Teil des sogenannten „28. Regimes“, eines zusätzlichen, europaweit einheitlichen Rechtsrahmens neben den bisherigen nationalen Gesellschaftsrechten der 27 Mitgliedstaaten.

Kern des Vorschlags ist eine vollständig digitale Unternehmensgründung innerhalb von 48 Stunden. Eine EU Inc. soll ohne Mindestkapital gegründet werden können und in allen EU-Staaten automatisch anerkannt sein. Ziel ist es, jungen Unternehmen den oft komplizierten Umgang mit unterschiedlichen nationalen Vorschriften zu ersparen. Vor allem technologieorientierte Start-ups und sogenannte Scale-ups sollen profitieren. Nach Angaben der EU-Kommission scheitern viele europäische Unternehmen bislang daran, schnell grenzüberschreitend zu wachsen. Während in den USA über 1.900 sogenannte Unicorns entstanden sind, zählt die EU bislang nur rund 300 milliardenschwere Start-ups.

Die geplante Rechtsform soll deshalb einheitliche Regeln für Unternehmensgründung, Finanzierung und Mitarbeiterbeteiligungen schaffen. Geplant ist unter anderem ein gemeinsames europäisches Aktienoptionssystem („EU-ESO“), das Fachkräfte besser an Unternehmen binden soll. Mitarbeitende sollen demnach erst beim Verkauf ihrer Anteile steuerpflichtig werden und nicht bereits bei der Zuteilung von Optionen.

Auch Investorinnen und Investoren unterstützen die Initiative. Mehrere europäische und internationale Venture-Capital-Fonds hatten sich bereits seit Monaten für eine europäische Standard-Rechtsform ausgesprochen. Sie argumentieren, dass Europa im internationalen Wettbewerb bislang durch fragmentierte Regelwerke und hohe Verwaltungskosten benachteiligt werde.

Nach Schätzungen der EU könnte die neue Rechtsform den Verwaltungsaufwand für Unternehmen in den kommenden zehn Jahren um bis zu 440 Millionen Euro reduzieren. Der Vorschlag wird nun im Europäischen Parlament und von den Mitgliedstaaten beraten. Die Kommission strebt eine Einigung bis Ende 2026 an.

Mehr Infos zu EU Inc. finden Sie in unserem Factsheet sowie in unserem Webinar im Juli.

 

Kontakt:
Adina Golombeck-Tauyatswala

ZENIT GmbH / Enterprise Europe Network
für Nordrhein-Westfalen NRW.Europa
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E-Mail: Adina.Tauyatswala@zenit.eu

Hier geht es zur Pressemitteilung der Europäischen Kommission.